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WEISSE FLECKEN 3

step21 [Weiße Flecken] - Unsere Zeitung füllt journalistische Lücken aus der NS-Zeit!

Bei der [Weiße Flecken]-Konferenz in Hamburg üben sich die Redakteure aus Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich spielerisch in den verschiedenen Sprachen. Foto: Bente Stachowske
Bei der [Weiße Flecken]-Konferenz in Hamburg üben sich die Redakteure aus Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich spielerisch in den verschiedenen Sprachen. Foto: Bente Stachowske
Stolz übergibt Julia aus Zabrze bei der feierlichen Abschlussveranstaltung in Berlin die Zeitung an die erste Leserin, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Bente Stachowske
Stolz übergibt Julia aus Zabrze bei der feierlichen Abschlussveranstaltung in Berlin die Zeitung an die erste Leserin, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Bente Stachowske

Von Oktober 2008 bis Juni 2009 recherchierten auf Initiative von step21 fünf deutsche, ein deutsch-polnisches, vier österreichische, zwei polnische und drei tschechische Teams die historische Wahrheit hinter den Lücken und Falschmeldungen ihrer Lokalzeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus bzw. der deutschen Besatzung. Die deutschen Verbrechen der Jahre 1933 bis 1945 wurden in der gelenkten Presse verschwiegen oder manipuliert: Von Rendsburg bis Brno (Brünn), zwischen Klagenfurt und Poznań (Posen) war die Presselandschaft voller „weißer Flecken“ und hetzerischer Propaganda. 
Schon zwei Ausgaben der [Weiße Flecken]-Zeitung haben Jugendliche mit Erinnerungen der letzten lebenden Zeitzeugen gefüllt, nun ist die dritte Ausgabe erschienen! In hoher Auflage gedruckt, wird auch sie Schulen und Gedenkstätten in allen beteiligten Ländern zur Verfügung gestellt. 70 Nachwuchsjournalisten umfasste die Redaktion der dritten Zeitung, die die „weißen Flecken“ in der Geschichte ihres Heimatortes mit ihren Artikeln füllt. Grenzüberschreitend bewahrt sie so Erinnerungen an nationalsozialistisches Unrecht und setzt sich für Pressefreiheit und verantwortlichen Journalismus ein.

Redaktionskonferenzen in Hamburg und Slubice

Nach einem ersten Treffen aller Redakteure bei einer Konferenz Ende November in Hamburg, wo in verschiedenen Workshops wichtiges Know-How für die historische Spurensuche vermittelt wurde, sahen sich 22 der insgesamt 70 Jugendlichen während eines weiteren intensiven Wochenendes im polnischen Słubice im Februar wieder.

Bei dieser Redaktionskonferenz widmeten sich die 15- bis 20-jährigen Jugendlichen mit professioneller Betreuung von Journalisten und Historikern voll und ganz der Arbeit an ihren Artikeln für die neue Zeitung. Die intensive Recherchearbeit der ersten fünf Monate des Projektzeitraums zu Themen wie dem Massaker im Zuchthaus Stein oder der Reichspogromnacht in Reichenberg sollte hier in Reportagen, Berichten und Interviews ein journalistisches Format erhalten. Parallel zur Redaktion der einzelnen Teamseiten machten sich die Rahmentextredakteure aus allen vier Ländern daran, den Leitartikel für die neue [Weiße Flecken]-Zeitung zu schreiben. Aber nicht nur das: Neben der Textarbeit beschäftigten sich die Spurensucher auch mit dem Leben an der deutsch-polnischen Grenze - in Geschichte und Gegenwart.

Die inhaltliche Arbeit für die neue Zeitung wurde dann bis zum Redaktionsschluss Ende März in hohem Tempo fortgesetzt, letzte Änderungen an den Artikeln vorgenommen, einige fehlende Informationen nochmals nachrecherchiert oder aber erneut mit den Zeitzeugen gesprochen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt das Engagement der [Weiße Flecken]-Redakteure

Nach neun Monaten engagierter Recherche und redaktioneller Arbeit präsentierten die 70 Nachwuchsjournalisten von step21 [Weiße Flecken] am 30. Juni im Jüdischen Museum Berlin ihre neue Zeitung der Öffentlichkeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm das erste Exemplar entgegen und würdigte sichtlich beeindruckt das Engagement der internationalen Redaktion aus Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich. Vor mehr als 300 Gästen und Journalisten, unter ihnen die Botschafter Polens, Tschechiens, Österreichs und Israels, berichteten die jugendlichen Projektteilnehmer aus ihren Erfahrungen bei step21 [Weiße Flecken] und diskutierten mit der Kanzlerin.

Stellvertretend für die gesamte Redaktion boten vier Teams aus Zabrze, Brno, Krems an der Donau und Berlin den Gästen eindringliche Einblicke in ihre Projektthemen und Erlebnisse bei ihren Recherchen in Zeitungsarchiven und ihren Begegnungen mit Zeitzeugen. Bei ihrer Präsentation plädierten sie für mehr Austausch und Verständigung, sowohl zwischen den Generationen als auch über Ländergrenzen hinweg.

Moderiert von SPIEGEL-Redakteur Markus Deggerich sprachen anschließend Elisabeth aus Oberösterreich, Johanna aus Mainz, Jakub aus Liberec und Maciej aus Poznan über ihre Erfahrungen bei step21 [Weiße Flecken] sowie über heutige rechtsextremistische Gruppierungen, deren Strategien, junge Menschen für ihre Anschauungen zu gewinnen und mögliche Gegenstrategien mit Blick auf die zunehmende europäische Vernetzung der rechten Szene.

Die spontanen Reaktionen auf das Engagement der Jugendlichen und ihre neue [Weiße Flecken]-Zeitung waren überwältigend - die jungen Redakteure zu Recht sehr stolz auf ihr Werk.

In einer Auflage von 30.000 Stück hat step21 die nunmehr dritte Ausgabe der [Weiße Flecken]-Zeitung gedruckt, die ab sofort an Schulen und Gedenkstätten in allen beteiligten Ländern verschickt wird. Interessenten können die Zeitung, auf Wunsch mit tschechischem und polnischem Extrablatt, bei step21 bestellen. Alle Infos dazu hier.

Weitere Fotos von der Veranstaltung und die Pressemitteilung gib's hier.

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Weiße Flecken

Wie die dritte Ausgabe der
[Weiße Flecken]-Zeitung und der Unterrichtsbaustein bestellt werden können, erfährt man hier.

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Die Zeitung-3. Ausgabe

3. Ausgabe4953 kb