
Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina
"Von Fritz Sänger, dem langjährigen Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur, wissen wir, dass die Nationalsozialisten die deutsche Presse zwischen 1933 und 1945 mit über 50.000 Presseanweisungen und Sprachregelungen bis ins kleinste Detail ferngesteuert haben. In den Zeitungen stand damals nicht, was wirklich war, sondern was Hitler und Goebbels gedruckt sehen wollten. Gerade auf lokaler Ebene ist damit für die Dauer von zwölf Jahren das kollektive Gedächtnis verschüttet worden. Wir hören von Arbeitslagern und KZs, über die nie eine Zeile gedruckt wurde, von der Vertreibung und Deportierung von Nachbarn, die mitten in der Nacht verschwanden und nie wiederkehrten, ohne dass davon Notiz genommen wurde.
Das Konzept von [Weiße Flecken] hat mich deswegen sofort überzeugt: Ereignisse, über die damals nicht geschrieben werden durfte, und die deshalb in Vergessenheit gerieten, werden so in unser Bewusstsein zurückgeholt und können kollektiv aufgearbeitet werden. [Weiße Flecken] erscheint mir deswegen eines der originellsten und besten Konzepte der Jugendarbeit im Umgang mit dem Nationalsozialismus und ich kann dem Projekt nur viel Erfolg wünschen!"
Gesine Schwan ist seit 1999 Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). 2004 kandidierte Gesine Schwan für SPD und Bündnis 90/Die Grünen für das Amt der Bundespräsidentin.
Wie die dritte Ausgabe der
[Weiße Flecken]-Zeitung und der Unterrichtsbaustein bestellt werden können, erfährt man hier.